Evangelische Freikirche Möckmühl (Mennonitengemeinde)

Berichte

Der „Heilig Abend – Gottesdienst“ war 2016 etwas anders wie sonst – aber etwas ganz Besonderes!

 

Unsere Jugendgruppe hatte ihn zusammen mit Erwin Janzen und Sonja Heinz komplett in Szene gesetzt, die Zuhörer/innen zum Nachdenken gebracht und alle auch recht erheitert :-)

* mit einer originellen „Duo-Begrüßung“

* mit selbst ausgewählten Weihnachtsliedern

* mit einer etwas durcheinander geratenen Lesung: Man hörte zum Beispiel vom Statthalter, der angeblich aus Berlin komme und nicht aus Syrien – und es wurde von Josefine anstatt von Maria erzählt bzw. von Marion anstatt von Josef! Die Zuhörer sollten die Hand heben oder aufstehen, wenn ihnen etwas fremd vorkomme… Da war am 24.12. dann viel Bewegung im Gemeindesaal! Zum Schluss klärte sich dann glücklicherweise alles auf.

* mit einem genial inszenierten, humorvollen Anspiel: Die zwei Diebe Rachel und Ricky wollen einer Familie „Weihnachten stehlen“. Beim Vater und der Tochter schaffen sie es durch fiese Streiche tatsächlich, ihnen die Freude am schönen Fest gehörig zu vermiesen. Bei Mutter und Sohn kommen sie damit aber nicht durch… Die hat kein Problem, das ist das Problem!" stellen die resignierten Diebe am Ende fest: „Irgendwas ist denen wichtiger als Geschenke, Kleidung und das ganze Weihnachtszeug…"

* mit einem interessanten Interview, bei dem Erwin u.a. die Kinder fragte: „Was wäre, wenn ich von der Krippe den Engel wegnehme oder die Hirten oder…? Wäre dann immer noch Weihnachten???

* mit einer spannenden Predigt von Pastor Erwin Janzen.

Hier gibt es Fotos zum Gottesdienst am Heiligabend

 

Auszüge von der Predigt

Weihnachten ist überlagert, überfrachtet. Die Krippe von vorhin ist da ein recht gutes Bild. Eigentlich geht es nur um Jesus… na Joseph und Maria haben auch ihren Teil dazu beigetragen… aber wir stellen immer mehr drum herum: Esel, Kühe, Schafe, Hirten, Stall, Sterne, Engel, Könige und es wird größer und größer…

Zu Weihnachten gehört das Weihnachtsanspiel, der Weihnachtsmarkt. Die guten Plätzchen und da besonders die Springerle, so habe ich es zumindest im Gesprächskreis gelernt. Zu Weihnachten gehören natürlich die Geschenke,
der Glühwein und im besten Fall Schnee, aber den können wir leider nur sehr schwer beeinflussen. Zu Weihnachten gehört das gute Essen Kerzenschein und natürlich Marzipankartoffeln. Natürlich sind das alles wunderbare Dinge. Besonders die Marzipankartoffeln
J Aber wo bleibt der eigentliche Kern? Wo bleibt das, worum es eigentlich geht?
Wo bleibt Jesus?

Manchmal so scheint es mir, da brauchen wir solche Weihnachtsdiebe, wie im Anspiel gesehen gar nicht… manchmal stehlen wir uns das Weihnachten selbst… Oder zumindest stehen wir in der Gefahr… Vielleicht bräuchten wir, ähnlich wie die Hirten damals, auch so einen Engel, der einen aus dem Alltag, aus dem Trott und Stress förmlich rausreißt
und zuruft.

„Fürchtet euch nicht, denn siehe ich verkünde euch große Freude, die dem ganzen Volk wiederfahren ist.
Denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Retter geboren, welcher ist Christus der Herr.“

Das ist der Kern, darum geht es heute, und darum geht es auch in der Welt. Dieses eine Ereignis damals vor mehr als 2000 Jahren, dieser Geburtstag, den wir heute feiern, das ist das wichtigste Weltereignis, das hat den Lauf der gesamten Weltgeschichte verändert hat und es immer noch tut. Denn dieses Ereignis hat noch heute die Kraft Leben zu verändern, deins und meins. Denn eines gilt, und diese Zusage kann von nichts und niemandem gestohlen werden.

            Jesus Christus ist unser Retter, und er ist für dich und mich geboren!

Nein, nicht nur gestorben, wie man es so oft hört. Er ist für dich geboren und dieser Akzent hat eine ganz besondere Note. Denn durch die Geburt hat Gott sich klein gemacht. Er, der Schöpfer der Welt, der Herrscher von Himmel und Erde, er der allmächtige Gott ist runtergekommen, herabgestiegen. Wie eine Mutter, die zu ihrem Kind nicht von oben herab etwas sagt, nicht über dessen Kopf hinweg spricht. Sondern in die Hocke geht, um dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen. So kam Jesus hier auf die Welt, als Baby, klein, verwundbar, hilflos und bedürftig. Genauso wie wir uns manchmal fühlen. Nach außen hin geben wir uns gerne stark und unverwundbar. Aber im inneren, tief in uns drin, wie oft sind wir da bedürftig, hilflos und verwundbar. Wie oft sehnen wir uns da einfach nur nach Liebe und dem Gefühl angenommen zu sein. Das ist unsere, oder vielleicht muss ich sagen, das ist meine Augenhöhe und Jesus hat sich auf diese herabgegeben, ist zu uns gekommen. Er will dir begegnen und nicht über deinen Kopf hinweg reden. Er will dir in die Augen schauen. Und wir dürfen antworten. Wir dürfen in Beziehung zu ihm treten, mit ihm reden, unseren Lebensweg gemeinsam mit ihm gehen. Darauf freut sich Jesus. Es gibt nichts, worüber er sich mehr freut, wie wenn du dein Leben mit ihm gemeinsam lebst.

Und diese Wahrheit, die kann uns nicht gestohlen werden. Dies können wir uns nicht mal selbst stehlen. Manchmal vergessen wir sie vielleicht, sehen sie nicht richtig, weil anderes unseren Blick gefangen nimmt, aber verlieren können wir diese Wahrheit nicht.

Das ist vielleicht ein wenig wie… ach ich hoffe, ihr rollt jetzt nicht mit den Augen über diesen Vergleich, aber ich finde ihn so passend :-) Das ist ein wenig so wie in dem Märchen, die Prinzessin auf der Erbse.

Wer von euch kennt dieses Märchen? Was ist denn da das besondere an der Erbse? …

Ja und irgendwie stell ich mir das mit Weihnachten ganz ähnlich vor. Der eigentliche Kern, die eigentliche Erbse, ist, dass Gott für dich und mich auf Augenhöhe gekommen ist. Darum geht es an Weihnachten. Und wir haben eine Matratze um die andere drüber gelegt. Diese Tradition und jenen Brauchtum. Und das sind alles gute Sachen, das macht Weihnachten zu etwas ganz besonderem… Aber die Erbse, diese eine kleine Erbse, die spürt man durch alles andere hindurch.

Probiert das heute Abend doch mal aus. Es sind diese kleinen Momente. Das Tischgebet vor dem leckeren Essen.
Die Dankbarkeit in den Augen, die größer ist, als das kleine Geschenk. Die Umarmung und die Wiedersehensfreude, nach so langer Zeit, und auf einmal treten auch die Streitigkeiten und Verletzungen ein wenig in den Hintergrund.
Ja und manchmal auch die Träne der Erinnerung an den geliebten Menschen der gerade nicht da sein kann oder schon von einem gegangen ist. Das und so vieles mehr, das sind sie die kleinen, die heiligen Momente, die Weihnachten so besonders machen. Denn in diesen Momenten spüren wir, es ist mehr…

Da ist jemand, der bei uns ist, der mitgeht, sich auf Augenhöhe begibt und der uns nicht gestohlen werden kann.
Und deshalb rufe euch zu, genauso wie die Engel damals:

„Fürchtet dich nicht, denn siehe ich verkünde euch große Freude, dir und der ganzen Welt wiederfahren ist.
Denn dir ist ein Retter geboren, welcher ist Christus der Herr.“

Nächste Termine

Fr Dez 15 @19:30 - 21:30
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So Dez 17 @10:00 - 11:00
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Mi Dez 20 @14:30 - 15:30
Bibelstunde im Gemeindehaus
Mi Dez 20 @20:00 - 21:30
Gespräch zu den Worten Jesu
Fr Dez 22 @19:30 - 21:30
Jugendgruppe
So Dez 24 @16:00 - 17:00
Heilig Abend Gottesdienst
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